Diözese Eisenstadt

 
"Christus - Hoffnung Europas"

Mit dem Beispiel der 1. Station: "Jesus wird zum Tod verurteilt" wollen wir Sie anregen, eine Kreuzweg-Betrachtung im Rahmen des Mitteleuropäischen Katholikentages zu gestalten.

Lied (z. B. Heilges Kreuz, GL 820)

Gebet
Guter Gott, wir betrachten heute aus dem Kreuzweg deines Sohnes seine Verurteilung zum Tode. Das Leiden deines Sohnes macht sichtbar, was Menschen Menschen antun können. Aber wir dürfen in ihm auch der Kraft der Versöhnung begegnen. Schenke uns den Geist deines Sohnes und mache uns zu seinen Zeugen in der Welt. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.

Schriftlesung (Markus 15,1-15)

Lied (z. B. O Lamm Gottes unschuldig, GL 470)

Betrachtung
A: Jesus wird an jenem tragischen Freitag in Jerusalem zum Opfer einer neidischen Priesterschaft, eines feigen Richters und einer populistisch aufgewiegelten Menge. Sie alle betrachten Jesus als ihr Unglück, machen ihn zum Sündenbock. Die Anklagen gegen ihn werden nicht wirklich überprüft. Jesus schweigt, weil er weiß, dass seine Verurteiler längst nicht mehr an der Wahrheit interessiert sind. Lieber schenkt man einem stadtbekannten Terroristen wie Barabbas die Freiheit als ihm. Jesus wird zum Opfer von Vorurteilen, gespeist aus Neid, Feigheit und dumpfer Angst.
Stille
B: Es ist nicht leicht, gerecht zu urteilen. Vorurteile sind bequemer. Wer gerecht sein will, muss auch klug sein, muss sich bemühen, die Dinge so zu sehen, wie sie tatsächlich sind. „Seid klug wie die Schlangen und arglos (ohne Bosheit) wie die Tauben!“ (Mt 10,16), lehrte Jesus seine Jünger. Neid, Angst und das Streben nach eigenem Vorteil verzerren die klare Sicht, machen Menschen zu Bütteln der Ungerechtigkeit. Damals und heute.
Stille
A: Seit 2000 Jahren ruft das Evangelium in Europa Menschen zu einem Leben in Gerechtigkeit und Liebe. Viele Menschen schenkten ihm Gehör und lebten danach. Europa hat viele Heilige hervorgebracht. Aber oftmals wurde auch gegen das Evangelium gehandelt. Sogar Verbrechen großen Ausmaßes geschahen. Heute steht unser Kontinent vor neuen großen Herausforderungen. Kann das grenzenlose Zusammenleben von Menschen verschiedener Geschichte, verschiedener Sprache, verschiedner Mentalität und Weltanschauung glücken? Viele Hoffnungen, aber auch viele Ängste bewegen die Herzen der Menschen. Blauäugigkeiten und Vorurteile können die Sicht auf die Wirklichkeit trüben.
Stille
B: In allen Ländern unseres Kontinents leben Christen und Christinnen. Werden wir Christen und Christinnen die Fähigkeit besitzen, die Dinge so zu sehen, wie sie sind? Werden wir die Kraft haben, deutlich auf der Seite der Schwachen und Verlierer zu stehen? Werden wir den Mut haben, uns für die Gerechtigkeit einzusetzen, auch wenn uns das persönlich keinen Vorteil bringt? Werden wir verzeihen und Frieden stiften können, wo Vorurteile und Gehässigkeiten regieren?
Stille

Lied (z. B. O Jesu, all mein Leben bist du, GL 472)

Fürbitten und Entzünden von acht Kerzen
V: Wir wollen angesichts der großen Herausforderungen, die Europa an uns stellt, auf Jesus Christus schauen. Er wurde Opfer menschlicher Ungerechtigkeit. Aber seine Liebe war größer als alle menschliche Bosheit, ja stärker als der Tod. Durch sein Kreuz und seine Auferstehung wurde er für uns zur Quelle der Versöhnung, der Hoffnung und des wahren Lebens.
Einige von uns werden nun vor dem Kreuz nacheinander acht Kerzen entzünden. Diese Lichter stehen für die Christen jener acht Länder, die sich gemeinsam auf den Weg des Mitteleuropäischen Katholikentages gemacht haben und bei der "Wallfahrt der Völker" in Mariazell für ein friedvolles Europa beten wollen.

Fürbittensprecher:
Herr Jesus Christus segne unsere Brüder und Schwestern in (1) Bosnien und Herzegowina und mache sie zum Licht für ihre Mitmenschen.
- Wir bitten dich erhöre uns/ oder (gesungen): Herr, erbarme dich...
Es folgen gleichlautende Bitten für die Glaubensgeschwister in (2) Kroatien, (3) Polen, (4) Slowakei, (5) Slowenien, (6) Tschechien, (7) Ungarn und (8) Österreich.

Zum Abschluss der Fürbitten kann dieses Christus-Gebet des Papstes gesprochen werden:
V: Du, Herr, auferstanden und lebendig, bist die immer neue Hoffnung der Kirche und der Menschheit. Du bist die einzige wahre Hoffnung des Menschen und der Geschichte.
Du bist unter uns die Hoffnung auf Herrlichkeit (Kol 1, 27) schon in diesem unserem Leben und über den Tod hinaus.
In dir und mit dir können wir die Wahrheit finden,
erhält unser Dasein einen Sinn,
wird Gemeinschaft möglich,
kann die Vielfalt zum Reichtum werden,
ist die Macht des Gottesreiches in der Geschichte am Werk und hilft beim Aufbau einer menschlichen Gesellschaft,
verleiht die Liebe den Anstrengungen der Menschen bleibenden Wert,
kann der Schmerz heilsam werden,
wird das Leben den Tod besiegen und die Schöpfung teilhaben an der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Amen.
(aus : Johannes Paul II, Ecclesia in Europa)

Vater unser
Lied (z. B. Wer leben will wie Gott, GL 183)
Segen

von Karl Veitschegger

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Seele Europas
war in Mariazell präsent
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Signal für Präsenz der Christen
im zusammenwachsenden Europa
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Europäische Identität
Debatte muss weiter gehen
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Schlussbotschaft
von der "Wallfahrt der Völker"
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