Arge Pastoral- und Seelsorgeämter

 
"Signal für Präsenz der Christen im zusammenwachsenden Europa"

Spitzenfunktionäre der Katholischen Aktion und der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände ziehen erste Bilanz nach Mariazell (Kathpress, 25.5.04)

"Die 'Wallfahrt der Völker' nach Mariazell war ein deutliches Signal dafür, dass Christen im zusammenwachsenden Europa dringend notwendige Akzente im Hinblick auf Völkerverständigung und Versöhnung setzen können": Die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Luitgard Derschmidt - die selbst nach Mariazell gepilgert war - zog am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress" eine positive Bilanz dieses "Highlights eines grenzüberschreitenden Christentums". Sie erinnerte daran, dass die aus den Reihen der Katholischen Aktion stammende Idee eines Katholikentages ursprünglich eine österreichbezogene Veranstaltung sein sollte; dass sich daraus ein "Glaubensfest von gesamteuropäischer Bedeutung" entwickelt hat, sei zu begrüßen und passend im Jahr der EU-Erweiterung. "Kardinal Schönborn hatte da den richtigen Riecher", so Derschmidt wörtlich.

Für die Katholische Aktion habe sich die grenzüberschreitende Ausrichtung auch deshalb sehr bewährt, weil das die vielen Willkommens-Initiativen rund um den 1. Mai - dem Tag der EU-Erweiterung - unterstreiche und die "Kirche zu einer glaubwürdigen Anwältin eines noch viel zu wenig ausgeprägten Europa-Bewusstseins macht", sagte Derschmidt. Die Katholische Aktion habe mit dem Laienkongress unmittelbar vor der Wallfahrt selbst Brückenschläge zu den Nachbarn in Ost- und Mitteleuropa gesetzt. Der Wunsch nach einer Fortsetzung des dortigen Bemühens vieler Laienchristen, die Zukunft Europas mitzugestalten, werde sicher zu weiteren Begegnungen dieser Art führen, kündigte Derschmidt an. Die KAÖ-Präsidentin dankte in diesem Zusammenhang Kardinal Schönborn für seine Unterstützung des Laienkongresses und für sein langes Dabeisein bei den "europäischen Begegnungen auf dem Stephansplatz".

Möglichst viele direkte Begegnungen sind nach Überzeugung Derschmidts der Schlüssel für ein europäisches Bewusstsein und für den Abbau noch bestehender Vorurteile: "Das hat auch die Wallfahrt nach Mariazell ganz klar gezeigt". Versöhnung brauche den ungetrübten Blick auf die "Schatten der Vergangenheit"; nur so könnten Skepsis abgebaut und gute Nachbar- und Partnerschaft aufgebaut werden. Die Katholische Aktion werde dabei weiter eine aktive Rolle spielen. "Nicht umsonst will Rom die Katholische Aktion wieder stärker aufwerten, wie Bischof Josef Clemens, der Sekretär des Päpstlichen Laien-Rates, beim Laien-Kongress gesagt hat", schloss Derschmidt.

"Zukunft gemeinsam angehen"

Eine überaus positive Bilanz der "Wallfahrt der Völker" in Mariazell und des Mitteleuropäischen Katholikentages zog auch der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV), Josef Zemanek. Der Katholikentag sei sehr wichtig für die Kirche aller Teilnehmerländer gewesen. Er habe "wichtige Impulse" für die Weiterarbeit der Laienverbände gegeben und sei ein deutliches Signal für ganz Europa gewesen, "Vorurteile abzubauen, Belastungen der Vergangenheit zu überwinden und bewusst eine friedvolle und konstruktive Entwicklung der Zukunft des Kontinents gemeinsam anzugehen", so Zemanek.

Der AKV-Präsident lobte die "beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Bischöfen und Laienvertretern". Dadurch sei es möglich gewesen, ein volles Jahr hindurch Begegnungen der Katholiken zu organisieren, die eine "beeindruckende Synthese von inhaltlicher Bearbeitung konkreter Problemfelder und spiritueller Tiefe" gebracht hätten. Der Lernprozess sowohl für die Teilnehmer aus Österreich als auch aus den anderen Katholikentags-Ländern sei sehr konstruktiv gewesen. Der Mitteleuropäische Katholikentag habe sich als neue Form "von kirchlichem Erleben über Staats- und Diözesangrenzen hinweg" erwiesen. Das gebe Hoffnung, gemeinsam bei den Instanzen der EU der christlichen Gesellschaftsauffassung stärker Geltung verschaffen zu können. Zemanek wörtlich: "Die christliche Seele des Kontinents lebt sehr vital und wird selbstbewusst darum kämpfen, dass Europa wirklich
auch eine Wertegemeinschaft wird".

Zemanek würdigte nach der "Wallfahrt der Völker" in Mariazell auch die reibungslose Organisation eines derart großen Ereignisses unter schwierigsten Wetterbedingungen. Die Stimmung unter den Teilnehmern sei "ausgezeichnet" gewesen, und habe sich weder durch die Unbilden des Wetters, noch durch die Abwesenheit Johannes Paul II. trüben lassen, mit dessen Teilnahme wohl doch viele gerechnet hätten. Nicht verwunderlich sei daher der Wunsch vieler Teilnehmer nach einer Wiederholung, so Zemanek: "Viele wünschen sich diese Folgeveranstaltung schon in drei Jahren".

 

   

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